Samstag, 20. August 2016

[Rezension] These Broken Stars - Lilac und Tarver





Titel: These Broken Stars - Lilac und Tarver
Autorinnen: Amie Kaufman & Meagan Spooner
Verlag: Carlsen
Teil einer Reihe: Band 1
Hardcover: 496 Seiten
Preis: 19.99 €



Worum geht’s?
Alles beginnt mit einer zufälligen Begegnung: Tarver, ein Soldat aus einfachen Verhältnissen, ist durch seine Erfolge auf dem Schlachtfeld zum gefeierten Offizier aufgestiegen. Unter den Reichen und Schönen, an deren Partys er auf dem luxuriösen Raumschiff „Icarus“ teilnimmt, fühlt er sich jedoch immer noch fehl am Platz. Doch als er Lilac trifft, Erbin des milliardenschweren Unternehmens LaRoux Industries, ist er vom ersten Moment an von ihr fasziniert. Der jungen Frau ist dagegen von Anfang an klar, dass die Kluft zwischen ihnen unüberbrückbar ist, und um Tarver zu schützen lässt sie ihn harsch abblitzen. Kurz darauf geschieht das Unfassbare – die Icarus sinkt mit tausenden Passagieren an Bord und Lilac und Tarver finden sich allein auf einem fremden Planeten wieder. Während sie gemeinsam ums Überleben kämpfen, lassen Visionen und körperlose Stimmen sie allmählich an ihrem Verstand zweifeln. 

Meine Meinung
Bei diesem Roman hat mich vor allem das atemberaubend schöne Cover neugierig gemacht. Außerdem war ich, nachdem ich eine Menge begeisterte Rezensionen gelesen hatte, gespannt darauf, dem Hype selbst auf den Grund zu gehen. Toll fand ich die Idee, jedem Kapitel einen kleinen Ausschnitt aus einem Verhör mit Tarver voranzustellen. Diese kurzen Passagen werfen mehr Fragen auf als sie beantworten und erzeugen so von Beginn an Spannung. Was es mit dem Gespräch eigentlich auf sich hat, erfährt man natürlich erst ganz am Ende.
 
 Anfang und Ende dieses Romans fand ich absolut fesselnd, den Mittelteil hätte man dagegen deutlich kürzen können. Als langatmig habe ich diesen Trilogieauftakt aber nie empfunden, dazu haben auch die kurzen Kapitel beigetragen. Ich war sehr gespannt darauf, zu erfahren, was es mit den Stimmen und Visionen auf sich hat. Die Erklärung am Ende fand ich persönlich noch ein bisschen vage –  zu viel metaphysisches Geschwafel und zu wenig handfeste Informationen. Zumindest machen die zahlreichen offenen Fragen Lust auf den nächsten Band.

Was meine Neugier über fast 500 Seiten hinweg aufrechterhalten hat, war vor allem die Liebesgeschichte von Lilac und Tarver. Nachdem die Unternehmenserbin dem Soldaten auf dem Raumschiff einen rüden Korb gegeben hat, sind die beiden zunächst nicht gerade gut aufeinander zu sprechen. Während sie auf dem unbekannten Planeten ums Überleben kämpfen, liefern sie sich herrliche Schlagabtäusche und Blickduelle. Besonders gelungen fand ich, dass sich erst durch die Entwicklung der Charaktere auch ihre Beziehung zueinander verändert. Gerade das macht die Liebesgeschichte glaubhaft und interessant.

Gut gefallen hat mir auch, dass die Geschichte abwechselnd aus Lilacs und Tarvers Sicht erzählt wird. Dank der Ich-Perspektive fühlt man sich den Protagonisten vom ersten Moment an nahe. Das ist in diesem Fall besonders wichtig, denn ein Roman über zwei Menschen allein auf einem verlassenen Planeten lebt natürlich von seinen Figuren. Auf den ersten Blick sind die beiden Hauptfiguren komplett gegensätzlich: Lilac ist das reiche, naive It-Girl und Tarver der furchtlose Soldat, der sich nur auf seinen Verstand verlässt und praktisch denkt. Im Laufe ihres Abenteuers stellt sich jedoch heraus, dass beide sehr viel vielschichtiger sind und im Grunde eine Menge Gemeinsamkeiten haben. Ich hatte viel Spaß daran, Lilac und Tarver besser kennenzulernen und ihre Entwicklung mit zu verfolgen. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen!

Fazit
Eine berührende, spannende und glaubhafte Liebesgeschichte mit grandiosem Setting! Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band der Trilogie.

                                       
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Mittwoch, 17. August 2016

[Rezension] Salz und Stein






Titel: Salz und Stein
Autorin: Victoria Scott
Verlag: cbt
Teil einer Reihe: Band 2
Hardcover: 480 Seiten
Preis: 16.99 €





Worum geht’s?
Die ersten beiden Etappen des Brimstone Bleed hat Tella gemeistert, jetzt geht es in die letzte Runde. Ihre Pandoras stehen ihr erneut tapfer zur Seite, genauso wie ihre Gruppe von Verbündeten. Doch die Veranstalter des Rennens kennen keine Gnade und so muss Tella täglich um ihr eigenes Leben und das ihrer Freunde bangen. Wird sie am Ende als erste das Ziel erreichen und das ersehnte Heilmittel für ihren Bruder gewinnen?

Meine Meinung
Nachdem mich „Feuer und Flut“ vollauf begeistern konnte, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung des mörderischen Brimstone Bleed. Obwohl ich den ersten Band schon vor einer ganzen Weile gelesen habe, ist mir der Wiedereinstieg leicht gefallen. Die Handlung von „Salz und Stein“ setzt genau da ein, wo der Vorgänger aufgehört hat, und konnte mich erneut von Beginn an fesseln. Langeweile kommt in diesem zweiten und (leider) letzten Teil auf keinen Fall auf. Eine spannende Szene jagt die nächste, dazwischen gibt es aber auch immer wieder Atempausen. Dieses Gleichgewicht zwischen rasanten, actiongeladenen Passagen und ruhigen, emotionalen Momenten ist der Autorin wirklich gut gelungen. Allerdings kann ich wie so viele andere Leser nicht glauben, dass die Reihe mit diesem Band tatsächlich enden soll. Den Schluss als „offen“ zu bezeichnen, ist noch untertrieben – diese Geschichte ist noch lange nicht abgeschlossen!

Tella war mir mit ihrem herrlichen Humor und ihrer Tapferkeit von Beginn an sympathisch, im Laufe des Rennens ist sie dann aber zu einer noch stärkeren Heldin geworden. Die Protagonistin tritt in diesem zweiten Band von Anfang an merklich selbstbewusster und erwachsener auf. Was sie während der ersten Etappen des Brimstone Bleeds erlebt hat, hat ihren Blick dafür geschärft, was im Leben wirklich zählt. Gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin nicht den Fehler macht, Guy zum perfekten Traumprinzen zu verklären. Auch wenn er es gut meint, er neigt dazu, Tella zu bevormunden und zu wenig Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu setzen. Bevor die beiden zusammen sein können, muss er lernen, sie als ebenbürtig anzusehen.

Ich persönlich finde es meistens problematisch, wenn eine größere Gruppe von Figuren im Mittelpunkt einer Geschichte steht, in diesem Fall wurde ich jedoch angenehm überrascht. Die Autorin hat Tellas bunte Truppe von Verbündeten klug zusammengestellt und schafft es, sich für alle Charaktere und ihre Beziehungen zueinander genug Zeit zu nehmen. Toll fand ich auch diesmal wieder die Darstellung der Pandoras. Jedes der Tiere hat eine ganz individuelle Persönlichkeit und baut eine enge Bindung zu „seinem“ Kandidaten auf. Besonders Tellas Fuchs Maddox ist schon fast so etwas wie eine zweite Hauptfigur. Ich würde mich wirklich freuen, wenn es doch noch ein Wiedersehen mit all den liebgewonnenen Charakteren gäbe.

Fazit
Eine rundum gelungene, packende Fortsetzung! Ich hoffe wirklich, dass es doch noch einen dritten Band gibt, denn Tellas Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.  

                              
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Sonntag, 14. August 2016

[Aktion] Mehr Aufmerksamkeit für #2




Vanessa von Glitzerfees Buchtempel hat diese tolle Aktion ins Leben gerufen. Jeden zweiten Sonntag soll ein Buch vorgestellt werden, das bisher zu Unrecht vernachlässigt wurde und mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Wer weiß, vielleicht stößt man auf diese Weise auf einen Geheimtipp.

Stelle uns das Buch vor, das mehr Aufmerksamkeit verdient hat




Titel: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen
Autorin: Jacqueline Kelly
Verlag: Hanser
E – Book: 281 Seiten
Preis: 8.99 €








Worum geht’s?
Texas, 1899: Mit einem kleinen, in rotes Leder gebundenen Notizbuch fängt alles an. Darin trägt die zwölfjährige Calpurnia während eines brütend heißen Sommers ihre ersten wissenschaftlichen Beobachtungen ein. Wozu brauchen Hunde Augenbrauen? Warum gibt es im Sommer zwei verschiedene Arten von Grashüpfern? Zu Calpurnias bestem Freund und Mentor wird ihr Großvater, ein Vollblut-Naturforscher, den der Rest der Familie nur belächelt. Doch Callies Mutter gefällt es gar nicht, dass ihre Tochter den ganzen Tag in der Natur herumstreift und lateinische Pflanzennamen lernt. Sie sieht sie als brave Hausfrau und Mutter, nicht als Wissenschaftlerin. So wird Callie zum Backen, Stricken und Klavierspielen gezwungen, auch wenn sie sich noch so sehr sträubt. Aber so schnell ist sie nicht bereit, ihre Zukunftsträume aufzugeben.

Wie bist du selber darauf aufmerksam geworden?
Diesen Roman habe ich zufällig entdeckt, als ich in der Bücherei auf der Suche nach Urlaubslektüre war. Das liebevoll gestaltete Cover und der Klappentext haben mich auf Anhieb angesprochen, also durfte das Buch an den Rhein mitfahren.

Was hat dir besonders gut an dem Buch gefallen?
Toll fand ich, wie sorgfältig die Autorin die Nebenfiguren ausgearbeitet hat. Calpurnias sechs Brüder nerven ihre Schwester zwar manchmal ziemlich, lieben sie aber sehr und sorgen sich rührend um sie. Eine faszinierende Figur ist auch der Großvater der Protagonistin, den alle anderen zu Unrecht als verwirrten alten Mann abstempeln. Er begegnet Calpurnia immer auf Augenhöhe, ganz im Gegensatz zu ihren Eltern.

Gibt es eine Rezension zum Buch?
Ja, die findet ihr hier!

Warum sollte man das Buch deiner Meinung nach unbedingt lesen?
Weil Calpurnia eine ganz wunderbare Hauptfigur ist, die man einfach liebhaben muss! Einerseits hat sie noch einen recht naiven, unverstellten Blick auf die Welt, andererseits ist sie eine scharfsinnige und intelligente Beobachterin – eine zauberhafte Mischung. Mit ihrem Selbstbewusstsein und ihrem Widerwillen, traditionelle Rollenmuster zu erfüllen, ist Calpurnia außerdem ein tolles Vorbild für junge Leserinnen.